Die destruktive Macht des spirituellen Egos

 

Es ist eine der größten Herausforderungen, vor denen ein erwachter Mensch in seinen  Reinigungs- und Transformationsprozessen steht, – das eigene Ego von den destruktiven Glaubenssätzen und zerstörerischen Programmen zu befreien und sich mit ihm zu versöhnen.  Es ist ebenfalls nicht einfach, das  Ego dazu zu bewegen, bereitwillig eine Beobachter- oder Beifahrerposition in dem eigenen Sein anzunehmen…  Deswegen kapitulieren wir sehr oft vor dieser durchaus wichtigen Aufgabe auf dem Pfad unseres spirituellen und persönlichen Wachstums.

Die temporäre Kapitulation alleine ist aber in diesem Kontext kein großes Übel, denn jeder von uns wird früher oder später  durch die inneren wie äußeren Einflüsse unangenehmer Natur zu seinen Seelenaufgaben geschubst, bis er anfängt, sich mit diesen Aufgaben auseinanderzusetzen.  Auf dem Weg zu der inneren göttlichen Quelle und der bedingungslosen Liebe zu ALLEM WAS IST kommt einem das eigene Ego oft als Gegner und Störer vor. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass es nicht unbedingt in der Natur des Verstandes liegt, durch das niedere Ego destruktiv zu wirken.  (Ich habe dazu bereits einen Artikel verfasst, den Ihr gerne unter dem folgenden abrufen könnt: https://das-neue-bewusstsein.com/2017/08/03/entmachte-dein-ego-und-mache-es-zu-deinem-treuen-wegbegleiter-und-positiv-denkenden-mitgestalter-deiner-realitaet/ ).

Es gibt eine Unmenge von Programmen in unseren Körper-Geist-Seele-Systemen, welche energetisch codierte Informationen über unsere alten Verletzungen, tiefen inneren Wunden, diversen Mangelerfahrungen, Unsicherheiten, Ängste, Schulden etc. tragen. Wenn man im vollen Vertrauen in den Fluss des Universums seinen Aufstiegsweg geht und an sich selbst kontinuierlich arbeitet, dann werden all diese Programme nach und nach aufgelöst.  Und mit der Auflösung  sämtlicher destruktiven energetischen Konstrukte seines Selbstes wird auch das eigene Ego in seinem negativen Wirken abgeschwächt, ob es das gerne möchte oder nicht… 

Für einen Erdenmenschen ist es aber das Schwierigste, die Wahrheit über sich selbst zu akzeptieren, und das Schmerzvollste, sich mit seinen eigenen alten inneren Verletzungen und Wunden  zu beschäftigen, unabhängig davon, auf welcher Bewusstseinsstufe er sich gerade befindet.  Und hier ergreift das eigene Ego die Initiative und übernimmt eine „beschützende Mission“, um seine Stellung auf dem Podest des Selbstes zu bewahren. Was tut eigentlich das Ego, um überhaupt auf ein Siegespodest steigen zu dürfen?…  Es trickst, es manipuliert, es veräppelt uns selbst, indem es uns zwingt, unseren Fokus nicht auf die eigenen inneren Schattenthemen zu richten, sondern immer nach den Defiziten in anderen zu schauen und über diese zu urteilen.  Dabei geht es immer um die dunklen Flecken unseres Gegenübers, die in ähnlicher Frequenz in unserem eigenen Selbst existieren und nach Auflösung schreien.  Ja, es  sind  viel Mut, Entschlossenheit, Kraft, Ausdauer  und Glaube an sich selbst erforderlich, um sich auf seine eigenen Schwächen zu fokussieren und seine eigenen Energielöcher  zu flicken…  Denn man geht dabei quasi durch die brennende Hölle, durch die kaum ertragbaren Schmerzen, durch die unheimliche Schwere, durch die unvorstellbaren Qualen…  Die Mission des Egos besteht nicht mehr und nicht weniger darin, uns von inneren erlösenden  Schmerzen und Qualen zu „beschützen“, indem es uns dazu bewegt, unseren Zeigefinger nach außen statt nach innen auszustrecken, uns über andere Menschen zu erheben und über sie zu richten.

Je weiter ein Mensch auf seinem spirituellen Pfad gekommen ist, ohne sein Ego besänftigt zu haben, desto gemeiner und trickreicher ist es. Das spirituelle Ego ist kein Teufelchen mehr, das auf unserer linken Schulter sitzt und uns seine negativen Glaubenssätze in das linke Ohr zuflüstert, sondern eine erhobene starke Wesenheit in einem glanzvollen Gewand, manchmal sogar mit zwei gefakten  Engelsflügeln am Rücken…  Diese Wesenheit weiß  immer alles besser und will alles im Außen heilen, egal ob es geheilt werden möchte oder nicht.  Diese Wesenheit weigert sich,  sich mit dem irdischen Namen des eigenen Selbstes nennen zu lassen, denn kein irdischer Name ist ihr würdig genug.  Und so kommen zu gefakten Flügeln noch die imitierten geistigen Namen, die Ihrer königlichen spirituellen Hoheit edel genug zu sein scheinen.

Das spirituelle Ego tritt als vermeintlicher Krieger des Lichts und der Liebe auf und bemüht sich, die Anderen davon zu überzeugen, dass sie sich auf dem irrtümlichen Weg befinden, dass sie falsche Überzeugungen pflegen, dass sie ihre dunklen Flecken heilen müssen und nicht zuletzt, dass ihre machtbesessenen, zerstörerischen Egos transformiert werden sollten…  Das über andere urteilende Ego schlägt sich dabei angeberisch in die Brüste und gibt an, eine Quelle der Weisheit und der Liebe zu sein. Aber ist es das wirklich?…

„Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein…“ –  sagte Jesus, als er gefragt wurde, ob eine Ehebrecherin gesteinigt werden musste.  Er appellierte an das Gewissen der Urteilenden und bewegte sie zu der entscheidenden inneren Frage nach der eigenen Schuldhaftigkeit. War unter all den Versammelten ein Unschuldiger, der niemals selbst gesündigt hätte? Und wenn es so gewesen wäre, hätte ausgerechnet dieser „Heilige“ über den Anderen urteilen oder gar ein Menschenleben auslöschen wollen?…

Jeder spiritueller Aufstiegsweg führt zuerst durch die eigene vollständige Erlösung und Selbstheilung.  Auf diesem Weg ist das spirituelle Ego der größte Fallstrick, den man sich vorstellen darf! Es erlaubt uns, uns größer und stärker zu fühlen, indem es unseren eigenen mangelnden Selbstwert kaschiert, und uns durch die verfälschte Wahrnehmung unseres eigenen Seins  kontinuierlich von den eigenen wichtigsten Seelenaufgaben und energetischen Baustellen fern hält.

Wie kann es sein, dass es so viele Lichtarbeiter, Heiler und sonstige spirituelle Helfer gibt, die es zwar angeben, andere Menschen energetisch erlösen zu können, und oft das auch tatsächlich tun,  in ihrem eigenen Erdensein jedoch fast in jedem Lebensbereich mit Mängeln behaftet sind?… Weil ihre spirituellen Egos sie soweit von dem eigenen Erlösungspfad gebracht haben!  Immer öfters melden sich bei mir solche  Kollegen, die nach einer energetischen Hilfe im Außen suchen. Ob es sich um eine verstrickte Liebesbeziehung, um finanziellen Mangel oder um eine tiefe Unzufriedenheit mit seiner inneren wie äußeren Welt handelt, fühlt man sich nicht imstande, sich selbst zu erlösen, wobei man sich gern als kraftvoller Lichtarbeiter bezeichnen mag.  Und so macht man sich von einem anderen „Heiler“ energetisch abhängig. Aber macht es wirklich einen Sinn?…

Der erwachte Mensch selbst verleiht unwillkürlich seinem Ego so viel Macht, die es sehr schlau dafür nutzt, um sich selbst zu nähren.  Es stolziert als Allesbesserwisser durch die Gegend, in den Energiefeldern von Anderen  schnüffelnd und die Unstimmigkeiten in deren Systemen aufspürend.  Es  gibt an, diese Unstimmigkeiten beseitigen und heilen zu können und sehnt dabei heimlich nach der Anerkennung und dem Applaus im Außen.  Und wenn das eigene wahre, nach der Heilung schreiende Selbst in tiefen Krisen steckt, macht das schlaue Ego eine kurze Pause und lässt uns die notwendige Lebensenergie aus fremden Quellen tanken. Und dann zeigt es sich in seiner spirituellen  Pracht wieder, bis die nächste innere Krise sich offenbart…  Ein unendlicher Kreislauf, der durchzubrechen ist…

Wenn Du dich für den Weg der inneren Befreiung entschieden hast, dann gehe entschlossen diesen Weg! Blicke stets  in dich hinein und löse all die sich dir zeigenden Programme auf, die dich von deiner  bedingungslosen Selbstliebe abhalten.  Nur dann kannst du auf deinem persönlichen spirituellen Weg einen echten Erfolg haben und nicht den verfälschten, den du dir durch dein spirituelles Ego sicherst. Wenn Du das gefunden hast, wonach Dein ganzes inneres Wesen sich zutiefst gesehnt hat, dann kannst Du es dir erlauben, die göttliche Quelle durch dich in der wunder- und liebevollsten Weise im Außen wirken zu lassen, um auf unserem Planeten wieder ein Paradies der Liebe entstehen zu lassen.  Und das ist Deine wahre Mission im Hier und Jetzt auf der Erde, meine liebe wunderbare Menschenseele!

Peace & Love

Elena 

2 thoughts on “Die destruktive Macht des spirituellen Egos

  • Liebe Elena,

    vielen lieben Dank für diesen so wichtigen Beitrag! Das Thema „Spirituelles Ego“ ist immer wieder präsent. Es zeigt sich nämlich auch in so subtiler Weise, dass man vielleicht gar nicht ahnte, dass man wieder „auf Abwegen“ gerät. Man sollte sich auch immer fragen:“Warum mache ich dieses und jenes für andere? Brauche ich noch Bestätigung, Anerkennung, oder tue ich dies wirklich in selbstloser Manier, weil ich helfen will, dienen will? Möchte ich immer noch gesehen werden oder ist es mein innigster Wunsch, dass sich andere befreien und in die Liebe finden?“

    Ist es erlaubt, Deine Beiträge mit Quellenangabe zu rebloggen?

  • Lieber Arash, vielen Dank für Dein Feedback 🙂 Sehr gerne kannst du meine Texte rebloggen. Einige Blogger tun es, ohne mich danach zu fragen, und ich finde es ok 🙂 Danke für Dein Sein!

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